Typ I-Diabetes bei Kindern unter 5 Jahren
Stand: 1. 1. 1996


Abstract: In Nord- und Westeuropa wird derzeit ein Anstieg der Inzidenz des Typ I-Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen beobachtet. Dieser zeitliche Trend sowie räumliche Verteilungsmuster der Inzidenz des Typ I-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen werden in den europäischen Nachbarländern in großen epidemiologischen Studien untersucht. In der Bundesrepublik Deutschland werden seit Juli 1992 Neumanifestationen von Typ I-Diabetes bei Kindern unter 5 Jahren von ESPED erfaßt, so dass eine Einschätzung der Inzidenz in Deutschland, eine Beurteilung regionaler Unterschiede der Erkrankungsrate und zeitliche Trends möglich werden. Um hinreichend sichere Aussagen treffen zu können, ist die weitere bundesweite Erfassung der Neuerkrankung notwendig.
Studienleiter: Prof. Dr. G. Giani,
Dr. med. Dipl.Math. J. Rosenbauer,
Dr. med. Dr. P.H. A. Icks
Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf
Abt. Biometrie und Epidemiologie
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211/3382-278 (Dr. Rosenbauer)
Fax: 0211/3382-677
Email: rosenb@ddfi.uni-duesseldorf.de
Studiendauer: Beginn 1996
Hintergrund: Der insulinahhängige Diabetes mellitus wird gegenwärtig als eine durch Umweltfaktoren ausgelöste Zerstörung des Inselzellapparates bei genetisch prädisponierten Personen verstanden. In den letzten Jahren hat die Inzidenz der Erkrankung in unseren nord- und westeuropäischen Nachbarländern deutlich zugenommen. Dabei treten erhebliche regionale Unterschiede auf. Auf der Basis des Diabetesregisters der ehemaligen DDR wäre für Deutschland in der Altergruppe unter 5 Jahren eine Inzidenz von 2,7*10-5 anzunehmen. Die Inzidenzschätzung auf der Basis der bisherigen ESPED-Erfassung läßt mit 8,7*10-5 eine wesentlich höhere Inzidenz vermuten. Aufgrund der kurzen Beobachtungszeit, der regionalen Unterschiede und der zeitlichen Schwankungen der Inzidenz des Typ I-Diabetes sind allerdings die bisherigen Ergebnisse nur eingeschränkt zu interpretieren. Durch Überblicken größerer Zeiträume sollen zuverlässige Aussagen zu Zeittrends und zu regionalen Unterschieden der Erkrankungsrate und zu internationalen Vergleichen möglich werden. Durch die Altersbeschränkung auf Kinder unter 5 Jahren wird gewährleistet, daß die neumanifestationen fast ausnahmslos in pädiatrischen Abteilungen - die in die ESPED-Erfassung einbezogen sind - betreut werden.
Fragestellungen: 1. Valide Inzidenzschätzung des Typ I-Diabetes bei Kindern unter 5 Jahren auf der Basis einer Totalerfassung der Neumanifestationen in Deutschland
2. Beurteilung zeitlicher Trends und räumlicher Verteilungsmuster der Inzidenz des Typ I-Diabetes bei Kindern unter 5 Jahren auf der Basis einer kontinuierlichen Surveillance. Ziel ist die Erstellung eines Diabetes-Atlas der Inzidenz des Typ I-Diabetes bei Kindern unter 5 Jahren.
Falldefinition: Klinische Diagnose eines neu manifestierten insulinabhängigen Diabetes mellitus mit voraussichtlich lebenslang notwendiger Insulintherapie vor dem 5. Geburtstag.
Logistik: Die primäre Datenerfassung erfolgt über die pädiatrischen Abteilungen in der Bundesrepublik Deutschland. Monatlich erhalten die klinischen Abteilungen von der Studienzentrale eine Meldekarte, auf der die Anzahl aller Neumanifestationen eines Typ I-Diabetes bei Kindern vor dem 5. Geburtstag im Erhebungsmonat einzutragen ist. Zu jeder gemeldeten Neuerkrankung erhalten die Kliniken einen Kurzfragebogen, auf dem einige demographische und klinische Daten aus der Krankenakte des Patienten einzutragen sind.
Entsprechend den datenbschutzrechtlichen Bestimmungen werden die Krankenhausdaten anonym erfasst.

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letzte Änderung am 6. 1. 2004